Schaltungssamlung eines Jugendlichen (nur wenige gescannte Relikte) - Baujahr 1981-1986
Hier lege ich mal alle "Projektschnipsel" in eine Galerie, die ich nicht mehr beschreiben kann, weil ich zu wenig Erinnerungen daran habe. Vielleicht findet der eine oder andere etwas nützliches darin.
Link zur Galerie Schaltungssammlung eines Jugendlichen
Projekt Umbau Diktiergerät BG31 in Stereotonbandgerät BG32 - Baujahr 1982
Nun zu einem meiner ersten größeren Projekte. Ich war erst 10 Jahre als es begann und hatte schon ein Mischpult und mehrere Verstärker gebaut. Leider habe ich von den vielen Lautsprecher und Verstärkerprojekten wie auch hier von dem Tonbandgerät keine Fotos mehr. SCHADE. Ich kann also nur noch die Leiterplattenentwürfe und ein Foto des ursprünglichen Aussehens vor dem Umbau zeigen.
Die Geschichte begann so. Ich hatte weder ein Kassettentonbandgerät noch ein anderes Aufnahmegerät. Wollte aber wöchentlich die Sendung "Schlager der Woche" von Lord Knud aufnehmen. Das ganze kam Montags auf RIAS1 und Freitag auf RIAS2 zwei Sender der damaligen BRD (also "Westradio"). Bei meinem Vater sah ich immer wie er auf einem Tonbandgerät namens Smaragd und später auf einem modernerem Gerät seine Schlagersendungen mitschnitt. Nach langem Jammern und Bitten organisierter er mir ein ausrangiertes Diktiergerät BG31 mit Tonbandspulen der Fa. ORWO.
Das Blöde daran war, das es ein Monogrät mit minimierter Geschwindigkeit 4,75cm/s = schlechte Qualität = Sprachaufzeichnung war.

Mein Vater meinte ich solle es auf Stereo bzw. 4 Spur Mono umbauen und die am Motor vorhandene Gesschwingigkeit von 9,5cm/s = Heimgerätegeschwindigkeit verwenden soll. Im Radio legte man damals meist 19 oder 38cm/s auf was noch mehr Höhenwiedergabe möglich machte. Ein Tonband konnte wie eine Kassette umgedreht werden und hatte auf den 6,35mm damit vier Spuren (je Richtung 2). Details findet Ihr hier ganz gut erklärt (ist bei Kassettentonbändern genau so nur kleiner...
Und schon saß ich da schraubte die Hauptplatine raus und entwarf eine neue. Die neuen Stereo Ton- und Löschköpfe waren auch schnell besorgt und montiert. Da es lange her ist, kann ich euch nur noch in Stichpunkten meine Probleme und Entwicklungsschritte aufschreiben:
Hauptplatine mit zweikanalentzerrer und Löschgenerator entwickeln und auf einer Testplatte mit Lötösen aufbauen
Leiterplatte zeichnen+ätzen ==> Ergebnis sie ging nicht (brummen, schwingen, Löschgenerator stört usw.)
mit Oszi viel Fehlersuche 1000'de Testaufnahmen mit Tongenerator (Ziel beim Aufnehmen müssen von 100Hz bis 16kHz die gleichen Pegel wieder gegeben werden (also eine Verzerrerstufe hebt die Höhen und Bässe an so dass der Bandverlust sozusagen ausgeglichen wird)
Unterprojekt entbrummen der Tonköpfe:
die Tonköpfe waren zwar geschirmt, aber durch den Großen Drehfeldmotor und die Zugmagneten der Mechanik gab es unüberhörbare und damit unakzeptable Störungen und das wurde sogar mit aufgenommen! Die Lösung - rigarose Schirmung der NF-Leitungen und sogar NF- SpuruUmschaltrelais und Installation einiger ausrichtbarer Spulen, die wie eine Antenne das Brummen aufnahmen und gegenphasig in die NF Eingänge der Tonköpfe einkoppelten. Durch biegen der Spulen konnte damit das Brummen nahezu ausgeblendet werden (einfach genial).
So das soll reichen. In einer kleinen Gallerie sind noch aller Unterlagen die ich gefunden habe gespeichert.
Link zur Galerie "1980 Spulentonband BG32"
Projekt rasendes Brett - Baujahr 1981
Hier kommt mal wieder was Lustiges! Ja in meiner Kindheit habe ich diverse Seifenkisten-Autos gebaut. Leider ohne Fotos – so’n Mist! Inspiriert wurde ich wieder aus dem Bastelbuch, welches ich schon erwähnt habe.
Ja was mache ich hier? Ich habe noch alles im Kopf aber mit Bildern - no way! Ja damals haben wir mit meinem Kumpel Michael immer die Zeitschrift Practic gekauft und durchstöbert. Darin fanden wie fantastische Ideen mit primitiven Mitteln etwas zu basteln.
Das zweite Projekt im selben Zusammenhang sind Schnellboote aus Fahrradschläuchen gewesen. Der Trick, wir haben ein Brett (ca. 200x400mm) genommen, die an der Bugspitze rund gesägt und darauf ein Stück Fahradschlauch mit Cenusil geklebt. Achso ja die Enden des Schlauches wurden mit Kappen von Sprayflaschen verschlossen und in eine dieser Kappen kam ein Fahradventil zum Aufpumpen.
Kunstoffplatten zusammen geklebt, wie kleine Häuser auf einer Eisenbahnplatte. Zu guter letzt wurde der Rumpf grüngrau gespritzt und das Deck eingeklebt. Darauf kamen später die Aufbauten und Kanonentürme. Die Brücke war ein separater Teil, der in ein rechteckiges Loch im Deck eingesetzt wurde, damit man an den Motorraum kommt.
Projekt Lichtorgeln - Baujahr 1983
Projekt 2x5W Stereoverstärker - Baujahr 1984

- • Sondertastenfeld für Bassboost, Wide usw.
Die Klangreglung bestand aus zwei A273 und einem A274 Schaltkreisen und war damals eine Sensation. Warum, weil es zweikanalige Operationsverstärker waren, die durch Gleichspannung geregelt wurden. Also man brauchte für Volume, Höhen, Tiefen und Balance nur einfache Mono-Potis und Potis waren damals nicht einfach zu bekommen. Schon gar keine Stereopotis (Poti = Potentiometer für die nicht Insider). Einen kleinen Nachteil gab es aber schon. Sie rauschten ein wenig. Daher wurde diese Technik später wieder verlassen. In einem nächsten Projekt baute ich einen 2x 25W Verstärker. Dieser hatte dann aus diesem Grund schon einen 4-fach-Opterationsverstärker IC Typ B084D.
Dicht gefolgt oder besser parallel zum 5W Verstärker mussten natürlich ordentliche Boxen her. Bisher hatte ich einfache Bahnhofs- oder Büroansage-Wandlautprechergehäuse die mit 12 Jahren noch gut waren mit 14 aber potthässlich...
Genial war die Befestigung in den Ecken meines Zimmers, welches sehr klein war und ich mir es mit meinem Bruder teilen musste. Ich schraubte an jede Wand einen Aluminiumstreifen (ca. 600x35x4mm) die dann in dafür vorgesehene kleine abgedichtete Schächte in den Boxen tauchten. Das hatte den Vorteil dass ich beide Boxen schnell abnehmen konnte und sie dennoch sehr stabil übereck an der Wand hingen. Damals machte ich einmal Schuldisko und musste die Boxen dazu abnehmen.
- eine im Siebdruckverfahren hergestellte und frei erfundene Frequenzgangkurve
- ein ebenfalls frei erfundenes Typenschild
- ein RFT Firmenzeichen aus ALU
- dem Tieftöner klebte ich zwei Kappen auf den Hochtontrichter - das waren Teller aus der Puppenstube, die ich mit Silberfarbe anpinselte
- da die Hochtöner eine häßliche Ankerschraube in der Mitte hatten, verpasste ich dieser Schraube im Kaltlötverfahren eine Silberkappe von einfachen Schubladenknöpfen
- das Ganze habe ich dann noch schön mit Mattschwarz samt Mempranen gestrichen
Sehlt selbst in der Galerie sind die Fotos größer...
Link zur Galerie 5W drei Wege Boxen
Projekt Roboterstimme - Baujahr 1984
Es war die Zeit als ich audiotechnisch erst mal gut ausgerüstet war und nun noch einige Features für meine Aufnahmen oder Schuldiskos brauchte. Daher fand ich in irgendeiner Zeitung (ich glaube im Funkamateur Heft 2 /1979)
einen Bauplan für eine Roboterstimme. Also ein analoger Stimmverzerrer aus einem Fernsehton ZF Mischer. Diesen kopierte ich mit Transparentparier und baute Ihn nach. Leider ging das blöde Ding nie wirklich. Ich wollte auch damit einigen meiner Roboter die ich gebaut hatte eine Stimme verpassen. Man bedenke dass es damals keine mp3 Player gab und ich auf Tonband oder besser gesagt Kassetten angewiesen war. Schaut selbst wie die Schaltung funktionieren sollte. Im Internet habe ich auch noch etwas dazu ausgegraben.
Heute würde ich so was mit einem Prozessor bauen und habe auch das hier gefunden.
Link zur Galerie Roboterstimme
Projekt Wechselsprechanlage zu meinem Kumpel (Distanz 500m) - Baujahr 1983
Dieses Projekt entstand aus der einfachen Tatsache, dass es zu DDR Zeiten kaum einen Haushalt mit Telefon gab und das Funken per Sender per Peilwagen strafverfolgt wurde.
Den jüngeren Lesern muß ich vielleicht noch erklären, dass es damals noch keine Handys gab
.
Ich hatte auf der gleichen Straßenseite ca. 5 Grundstücke entfernt einen Freund namens Thomas und wir waren Tags über fast immer unterwegs, um irgend welchen Blödsinn anzustellen. Auch mit meinem zweiten Kumpel Micha klappte das mit dem Blödsinn recht gut. Zum Beispiel haben wir einmal in unseren Briefkasten einen Lautsprecher versenkt und gewartet bis in der Ferienzeit ein junge Schülerin die Post austrug (Ferienjobs mit Bezahlung waren damals ganz normal). Als sie nun die Post einwarf beobachteten wir das vom Kellerfenster aus und mit dem Micro in der Hand erschreckten wir sie und lachten uns fast kaputt. Nur Ihr war nicht zum lachen...
In diesem Moment war die Idee geboren eine aktive Eindraht-Wechselsprechanlage mit Lautsprecher und Micro zu Thomas zu bauen. Zu meinem Freund Micha war dies leider nicht so einfach, da er auf einer benachbarten Staße wohnte und wir für eine Drahtverbindung die Staße aufsägen hätten müssen. Wir wollten mit der Verbindung nachts quatschen und später auch nächtliche Geheimausflüge starten - was wir auch vielfach taten (falls Kinder das lesen, bitte nicht nachmachen!) Es war damals eine andere ungefährlichere Zeit und trotzdem hatten wir immer einen Zettel unter dem Bett, welcher unser heimliches Ausflugsziel beschrieb). Die Verbindung zu Micha haben wir leider nie geschafft, da auch alle Versuche mit kleinen Sendern max. das Morsen zuließen. Vielleicht eröffne ich noch eine Seite zu diesen damals wie heute leider verbotenen Projekten.
Zurück zum Projekt Wechselsprechanalge zu Thomas. Ja aber wie verbinden wir die recht Große Distanz von 500m und dass durch Grundstücke hindurch? Die Lösung war die 100V Trafotechnik mit der damals Röhrenverstärker arbeiten, um sich an die niederohmigen Lautsprecher ankoppeln zu können. Also flux einen Schaltplan gemalt, der je einen 5W Verstärker enthielt (mit Schaltkreis A210) und per
Relaisumschaltung (GBR111 mit Goldkontakten damit es nicht so knackt) das Lautsprechersignal absendete oder empfang. In Ruhelage der Reklais in jeder der beiden Boxen war immer der Lautsprecher online. So und woher bekommen wir 500 Kabel? Not macht erfinderisch. Wir sammelten Glas und Papier und der Erlös brachte uns dazu in einem Rundfunkgeschäft namens "Haus der Technik" 20 Rollen Klingeldraht (farbig isolierte Litze 0,25mm²) a 15m zu kaufen. Leider war der nur einpolig und wir mussten stückeln. Das ganze war aber auch schnell gelöst. Als zweiten Pol plante ich die Erde zu nehmen. Das muss doch gehen dachte ich und außer dass ich die Brummspannung vergessen hatte sollte ich Recht behalten.
Nach dem die Endgeräte fertig waren (leider habe ich keins mehr davon aber hoffe dass mein Kumpel es vielleicht noch hat...) musste nur noch der blöde Draht heimlich verlegt werden. Das machten wir im eigenen Grundstück tagsüber. Schön versteckt aus meinem Fenster über das Dach zum Schuppen, durch dessen Dachstuhl und dann am Blitzableiter runter in die Erde. Nun folgten zahlreiche Nachteinsätze. In denen vergruben wir den dünnen Draht quer durch alle Grundstücke. Immer mit Rucksack und Spaten bewaffnet und schön durch die Beete. Ja das war aber zu unsicher wegen dem Umgraben also Planänderung wir verlegten es hauptsächlich unter die Wegplatten in den Beeten und in Spatenstiche über die Wiesen. Immer wenn eine Rolle alle war, verdrallten wir die Litzen, fetteten die Stelle und schoben Isolierschlauch drüber. Als Fett nahm ich eine uralte Fettbüchse meines Opas. Was wir nicht wussten war, dass dieses Fett verdorben war oder es war ein Spezialfett? Jedenfalls stanken selbst nach mehrfachem Händewaschen unsere Finger ewig nach Fisch. Aber auch das bescherte uns eher Lachanfälle statt Frust. Als die Arbeit getan war, kam die Inbetriebnahme ud was soll ich sagen !!!ES GING!!!
Ein Nebeneffet war das Brummen, welches ich mit Gegenkopplung von Brummspannungen "aus eigener Produktion" zu reduzieren versuchte. Leider erfolglos, sonst könnte ich heute bei E-Gitarrenerbauern sicher ein Lachen auf die Gesichter zaubern. Das 50Hz Brummen war tagsüber schlimmer als Nachts. Sicher wegen der wenigen Verbraucher. Egal wir waren vernetzt!
So nun noch ein paar lustige Episoden zur Sprechanlage. In den Zeiten wo nicht doch ein fleißiger Nachbar unser Drähtchen zerstörte lief die Anlage perfekt. Da ich keine Klingel eingebaut hatte nutzten wir die Lautstärke. Also beim Anrufen volle Pulle aufdrehen und den anderen Rufen. Zu der zeit kam auch gerade ein Trickfilm mit dem Namen "Adola - Heißer Draht ins Jenseits". Ein kleiner Junge, dessen Vater einen Ur-Ur-Ur-Urenkel in der Zukunft hatte und den Vater und Sohn mit einem durch Adola entwickeltem Funkgerät (altes Röhrenradio mit Regenschirm als Antenne) mit folgenden Worten Kontaktierten:"MZ-per-X, MZ-per-X, bitte melden aber ohne Tricks" Hier ein Link zu einer Folge. Dieser Spruch war alsbald der Unsere und schon schallte es jedelsmal durch beide Häuser (unsere Eltern mögen uns das verzeihen?).
Nach dem wir immer wieder Ausfälle hatten und das Projekt unseren Vätern nicht mehr verborgen geblieben war (sicher waren sie auch etwas Stolz auf unser Projekt) bekam ich 1985 von meinem Vater eine Rolle Militärzwillingskabel mit Stahlseele gegen Zwer-reißen/schneiden. Diese Rolle war beider GST Kampftruppe ausrangiert worden oder so... Jedenfalls war sie unerschütterlich und liegt sicher noch heute unverletzt unter der Erde. Gleichzeitig perfektionierte ich die Endgeräte und malte 1986 eine schicke neue Leiterplatte. Damit war auch das Brummen weg.
So nun beende ich mal meinen Roman und ich werde auf jeden Fall Thomas kontaktieren (Handys gibt es ja heute) ob er noch Fotos oder gar die Kiste noch hat. Zu Micha habe ich schon Kontakt aufgenommen und er wird auch noch nach Relikten suchen.
Link für Galerie geheime Sprechanlage 500m Distanz
Projekt Restauration alter Schwarzweißfernseher - Baujahr 1985
Ja wie fange ich am besten an, damit mich die Jüngeren unter Euch überhaupt verstehen...
Ja ich möchte mal voraus stellen, dass 1985 noch nicht jeder einen Farbfernseher hatte oder sich leisten konnte. Aber die Zeit war gekommen. Das merkte man auch auf den Schrottplätzen bzw. wilden Mülldeponien, auf denen ich und meine Kumpels sehr oft nach Elektronikschrott suchten. Neben alten Röhrenradios, die oft nur eine liebe Hand, etwas Kontaktspray und einige neue Kondensatoren brauchten, lagen nun auch immer öfter Fernseher rum. Diese nahm ich zu Hauf mit nach Hauße und schon hatte ich selbst und viele Kumpels einen eigenen Fernseher!!! Natürlich musste ich daran oft erst einige Fehler bereinigen. Oft waren es Elkos, Zeilentrafos oder nur Schmutz der zu Hochspannungsüberschlägen führte, die sich im Bild als Zusammenbrüche der horizontalen Bildhöhe zeigten.
Da diese Zeit (ich war fast 15) auch die Zeit der Freundinnen war (bei mir begann gerade etwas sehr lang Andauerndes), wollte ich natürlich mit meiner "Kunst des Heilens" von elektrischen Dingen imponieren. Daher zerlegte ich den bestaussehendsten Fernseher in alle Einzelzeile, um das Gehäuse anzuschleifen und neu zu lackieren.
Danach sah er wieder glänzend und hellkiefern also wie neu aus. Nach dem ich alles wieder eingebaut hatte lief er auch ganz gut. Also ideal als Geburtstagsgeschenk für meine damalige Freundin. Habe leider nur ein Bild eines dunklen Fernsehers gefunden. Dazu baute ich noch eine Schlummerautomatik (nächstes Projekt). Er hatte auch schon einen UHF Tuner. Die meisten Fernseher hatten nur VHF und benötigten einen Konverter für den Empfang von UHF. Heute würde man Reciever oder Frequenzumsetzer dazu sagen.
Nun noch ein paar Highlights die sich in mein Hirn gebrannt haben. Oft waren die alten Bildröhren nicht mehr die hellsten (Bildröhren altern, d.h. die Leuchtkraft und der Kontrast nehmen ab). Eine erhöhung des Kontrastes oder der Helligkeit über interne Einstellregler der Hochspannung brachten nur die Sichtbarkeit der Rücklaufstreifen, die eigentlich dunkel getastet sind. Die zu hohe Verstärkung machte diese schrägen Streifen dann wieder sichtbar. Hier muss ich vielleicht mal etwas zur Bildröhrentechnik ausholen. Das bild wurde damals in Zeilenbröcken von links nach rechts und von oben nach unten im Zeilensprungverfahren (Halbbilder - im link schön beschrieben) geschrieben. Immer wenn der Strahl eine neue Zeile anfangen soll muss er von links nach rechts zurück, ohne dass man ihrn sieht. Also wurde er duckel getastet. Die Zeilenfrequenz lag bei 15,625 kHz und die Vertikale Bildfrequenz lag bei 50Hz. Es gab nach deutscher Fernsehnorm immer 575 Zeilen. Zurück zur verbrauchten Bildröhre.
Die Lösung oder Verjüngungskur einer alten Bildröhre war, die Kathodenheizleistung der Bildröhren zu erhöhen. Damit wird der Elektronenstrahl wieder stärker und das Bild auch. Das "Überheizen" musste aber sehr vorsichtig erfolgen, damit die Heizung nicht durchbrennt. Dies schaffte ich durch Aufwickeln von 6-10 Windungen auf den Trafo. Diese Zusatzspannung schaltete ich dann mit der normalen Heizung in Reihe, manchmal auch über einen Schalter. Oft konnte man diesen Schalter nach einigen Wochen wieder ausschalten, weil sich die Kathode dauerhaft "freigebrannt" hatte.
Ein weiteres Erkenntis war, dass der Anschluss für die Hochspannung an der Bildröhre (Anschluss mit Saugnapf namens Anode) auch noch Wochen nach dem Ausschalten auf 10.000 VDC aufgeladen bleibt. Ein Entladen durch Kurzschluss konnte aber zur Zerstörung führen. Fazit beim Ausbauen NIEMALS mit dem Daumen an den Anschluss kommen. Viele Monteure haben das schmerzlich erleben müssen und haben dann auch noch die Bildröhre fallen gelassen. Das konnte wiederrum dann auch noch zur Implussion der Röhre führen, die dann wie eine Handgranate Glassplitter in alle Richtungen schleudert. Also eine Bildröhre immer nur in einer Decke zerstören oder richtig entsogren.
So das soll erstmal reichen, sicher langweilen sich schon viele, da diese Zeit ja nun seit Plasma und LCD der Geschichte angehört.
Schlummerautomatik für Radio oder Fernseher - Baujahr 1985


